Öffentliche Hand investiert 18 Milliarden Euro in Hightech

The glass dome adorning the roof of the Reichstag.Image via WikipediaPlus 2,7 Prozent gegenüber 2008 - IT-Dienstleistungen am stärksten nachgefragt - BITKOM: Ohnehin notwendige Investitionen sollten vorgezogen werden

Berlin, 15. Dezember 2008 - Die öffentliche Verwaltung wird 2009 so viel für Computer, Software und Dienstleistungen rund um Hightech und Kommunikation ausgeben wie nie zuvor. Das teilte der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) heute auf Basis einer Untersuchung des Marktforschungsinstituts TechConsult mit. Bund, Länder und Kommunen werden im kommenden Jahr insgesamt 18,1 Milliarden Euro in IT und Telekommunikation investieren. Das ist ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber 2008. „Moderne Informations- und Kommunikationssysteme machen Abläufe in der Verwaltung effizienter, verbessern die Services für die Bürger und sorgen für wichtige innovative Aufträge in der ITK-Branche“, sagte BITKOM-Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer. „Das ist eine Win-Win-Win-Situation für Staat, Bürger und Hightech-Industrie.“

Zudem habe es eine positive konjunkturelle Wirkung, wenn in die öffentliche Hightech-Infrastruktur investiert und bereits laufende Projekte beschleunigt würden. Nach BITKOM-Schätzung sind rund 8 Milliarden Euro notwendig, um öffentliche Verwaltung, Gesundheitswesen, Schulen und Sicherheitsbehörden mit neuen Technologien auf den aktuellen Stand zu bringen. „Wir sollten die Krise nutzen, ohnehin notwendige Investitionen in die Hightech-Infrastruktur von Bund, Ländern und Kommunen zu tätigen“, sagte Scheer. Die öffentliche Verwaltung würde einen Modernisierungsschub erhalten und zugleich konjunkturelle Impulse setzen.

Baustellen gibt es viele: Allein beim Ausbau des digitalen Behördenfunks Tetra, der eine zuverlässige und abhörsichere Kommunikation gewährleisten soll, fehlen nach BITKOM-Schätzung rund 3 Milliarden Euro. Der BITKOM schlägt weiter vor, die Gesundheitskarte mit zusätzlichen Anwendungen wie dem elektronischen Rezept zu versehen und den neuen Personalausweis mit einer elektronischen Signatur auszurüsten. Die aktuellen Prognosen hingegen lassen für die ITK-Ausgaben der öffentlichen Hand noch Luft nach oben. Nach Schätzungen für das Jahr 2010 steigen die staatlichen ITK-Etats nur noch um 2,1 Prozent auf rund 18,4 Milliarden Euro.

Im Jahr 2009 werden Bund, Länder und Kommunen am stärksten IT-Services nachfragen. Dazu zählen unter anderem IT-Beratungsleistungen sowie das Outsourcing von IT-Systemen. Auf diesen Bereich entfallen aktuell etwa 7,4 Milliarden Euro. Für 2010 ist hier mit einem Zuwachs von weiteren 5,9 Prozent auf dann 7,9 Milliarden Euro zu rechnen. Die Ausgaben für Software (4 Milliarden Euro) und für Hardware wie Computer (2,3 Milliarden Euro) vervollständigen die Top-3 der meist nachgefragten Hightech-Produkte und -Dienstleistungen im Jahr 2009.

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