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Der Niedergang der traditionellen Medien

Vor allem ältere Menschen können sich noch gut an die Zeit erinnern, als es nur wenige Medien gab, die einen über das tagesaktuelle Geschehen informierten. Im deutschen Fernsehen war es die Tagesschau, nach der sich alle anderen Sendungen richteten, und der Zeitungsmarkt wurde von einer kleinen Anzahl an gewichtigen Blättern wie DIE ZEIT, Die Frankfurter Allgemeine Zeitung und dem SPIEGEL angeführt. Doch sind diese Zeiten vorbei. Viele Konsumenten weichen auf eine Vielzahl kleiner Medien aus, über die sie sich informieren. Das Vertrauen in altehrwürdige Zeitungen und das öffentlich-rechtliche Fernsehen scheint von Grund auf erschüttert. Wie konnte es so weit kommen?

Informationen überall

Kostenlos und in allen Ecken und Enden des Internets findet man die wichtigsten Informationen des Tages. Vor allem hauseigene Nachrichtenseiten der großen E-Mail-Dienste wie Yahoo oder T-Online versorgen jeden Interessierten mit den wichtigsten Neuigkeiten des Tages. Hinzu kommen etliche Blogger und freie Journalisten, die ihre Artikel kostenlos zur Verfügung stellen oder sie über Werbung finanzieren. Angesichts einer solchen Freiheit scheint der Gang zum Kiosk und das Bezahlen eines Printmediums, das noch am Vortag geschrieben wurde, geradezu absurd. Auch der Kauf eines digitalen Abonnements scheint sich oft nicht zu rechnen, da man hier auf eine einseitig erscheinende Informationsquelle zurückgreift. Und das führt zum nächsten Problem der traditionellen Medien.

Gleichschaltung und Lügenpresse?

Vielen Medien wird vorgeworfen, einheitlich zu berichten und nur ein enges Meinungsfenster zuzulassen. Zumeist rechte Demagogen bezichtigen etablierte Medien der Lüge oder der lückenhaften Aufklärung. Tatsächlich liegt das Problem der Zeitungen darin, dass ihre Journalisten oftmals ähnliche Meinungen vertreten. Aber das spiegelt nur die politischen Verhältnisse wider. Es gibt kein Parteienkartell, doch auf die drängenden Fragen der jüngsten Zeit, unter anderem die der Flüchtlingskrise und des Klimawandels, scheint es oftmals nur eine Antwort zu geben.

Alte Medien am Ende?

Sicherlich gelten die etablierten Medien noch als starke Gewalten in unserer Gesellschaft. Doch wird die Zunahme kleiner und unabhängiger Medien dazu beitragen, dass die anerkannten Medien kleineren Auflagen und mehr Widerworten begegnen werden.